Dienstag, 19.11.2019 19:01 Uhr

Münsterland: Mühlen- und Gerätemuseum Rinkerode

Verantwortlicher Autor: Dr. Bernd Strecker Bad Schönborn, 30.07.2019, 23:53 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Bernd Strecker Bericht 4211x gelesen
Museum Rinkerode
Museum Rinkerode  Bild: Dr. Bernd Strecker

Bad Schönborn [ENA] Das Münsterland, im Norden Nordrhein-Westfalens gelegen, ist landschaftlich und kulturhistorisch gesehen eine herausragende Gegend. Besonders die ehemaligen Adelssitze und deren Sicherungen in Form von Wasserburgen sind von einzigartiger Schönheit. Daneben existieren aber auch andere Kleinode.

Es sind kleinere, individuell gestaltete Renovierungen ehemaliger, für die damalige Gesellschaft wichtiger Produktionsstätten. Ein Beispiel wäre etwa das „Mühlen- und Gerätemuseum Rinkerode“. Gebaut wurde die Mühle 1810 durch Graf von Galen. Dann folgte eine unruhige und wechselvolle Zeit mit Zerstörung, Wiederaufbau und technischer Ausweitung, wie auch eine Umorientierung auf Sägebetrieb. 1978 wurde die Mühle von der Familie Merten übernommen. Dr. Merten und seine Frau haben der Mühle eine völlig neue Qualität und Ausstrahlung gegeben und somit ein kleines, ernstzunehmendes Unikum geschaffen.

Vorgaben
Vorgaben
Vorgaben

Zwar kennen wir von den zahlreichen und oft mit sehr viel Liebe eingerichteten Heimatmuseen anderenorts die Präsentation und Erläuterung z.B. früherer wichtiger Arbeitsgeräte und -prozesse. Dies scheint uns sehr wichtig in der Weitergabe von Kenntnissen an spätere Generationen und deren individuelle Bestimmungsmöglichkeiten. Wir akzeptieren also den dahinter stehenden Gedanken, dass man nicht einfach alles wegwerfen sollte. Doch darüber hinaus geht hier das Ehepaar Merten - zusammen mit dem Künstler Heinz Christ aus der näheren Umgebung - noch einen Schritt weiter.

Andere Sichtweisen
Andere Sichtweisen
Andere Sichtweisen

Jeder von ihnen hat seinen eigenen Bereich, wobei aber letztendlich alle Arbeitsfelder wieder mit einander verbunden sind. Christ erstellt unter anderem mit den ‚ausrangierten‘ (Mühlen)-Stücken und anderem Material neue Kunstwerke, bietet also im unterschiedlichen Verbund auch andere, völlig konträre Sichtweisen. Diese Artefakte positioniert Frau Merten dann nach ihrem ‚Plan‘ auf dem weitläufigen Mühlen-Anwesen. Sie fungiert sozusagen als Gartenarchitektin. Ihr ‚Plan‘ ist aber nicht statisch und final, sondern kann jederzeit von ihr verändert werden, etwa durch neue Abgrenzungen oder andersartige Gruppierungen.

Das Innere der Mühle
Das Innere der Mühle
Das Innere der Mühle

Dr. Merten, von Hause aus Chemiker, hat den eigentlichen, früheren Mühlenbetrieb bis ins Detail restauriert. Dies ist eine zu bewundernde Leistung! Ein integrierter Elektromotor steuert heute die Gesamtanlage. Auf mehreren Stockwerken kann jetzt der Besucher die einzelnen Bereiche in ihrem komplizierten Zusammenwirken sehen und nachvollziehen. Zusätzliche technisch-ausführliche Tabellen und schriftliche Ablaufsequenzen bieten dem Kenner zusätzliche Hinweise.

Das Umfeld
Das Umfeld
Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.