Dienstag, 21.08.2018 02:35 Uhr

'L'Ordre des medecins': Film Review Locarno 2018

Verantwortlicher Autor: Lukas Humpe Locarno, 12.08.2018, 15:41 Uhr
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Abends vor der Premiere des Films mit den Darstellern & Regisseur
Abends vor der Premiere des Films mit den Darstellern & Regisseur  Bild: Lukas Humpe

Locarno [ENA] Der belgische Schauspieler Jeremie Renier ist der Star im ersten Werk des französischen Schriftstellers und Regisseurs David Roux, das fast ausschließlich in einem Krankenhaus spielt. Ein Arzt wird aus der Bahn geworfen, da seine Mutter an Krebs erkrankt und in sein Krankenhaus eingeliefert wird.

Was die Handlung betrifft, gibt es hier wirklich nichts Neues, was ein Fernsehzuschauer noch nie gesehen haben könnte. Ärzte mit persönlichen Problemen eben. Nur die Schauspielerei von den Brüdern Jeremie Renier als Protagonist und Marthe Keller als seine kränkelnde, aber seltsam strahlende Mutter, vermittelt einen Sinn für filmische Kunst. Der Film feierte auf Locarnos Piazza Grande mit 8000 Plätzen Premiere und wird Anfang nächsten Jahres in Frankreich veröffentlicht. Doch vorneweg: hier fehlt leider das gewisse Etwas, um einen Hype auszulösen. Simon (Renier), in seinen späten 30er, ist ein angesehener und im Allgemeinen anspruchsvoller Arzt in einem französischen Krankenhaus.

Im Gespräch mit ein paar Praktikanten in seiner Abteilung betont er wie wichtig es sei, sich nicht emotional in das Leben von Patienten einzumischen. Diese strikte Trennung wird jeder der im medizinischen Bereich Tätig ist, auf lange Sicht brauchen. Doch dann ist es Simon selbst, der natürlich völlig zusammenbricht, wenn seine Mutter Mathilde (Keller) ins Krankenhaus eingeliefert wird. Sie hat schon einmal Krebs gehabt und ist jetzt erneut in der zweiten Runde. Roux, der auch das Drehbuch schrieb, erzählt seine Geschichte chronologisch und eher schematisch und zeigt konsequent den Standpunkt von Simon.

Während des ganzen Films gibt es kurze Blicke hinter dem Vorhang des Krankenhauslebens, wobei sich die Mitarbeiter Tuschel-Geschichten erzählen, die ehemalige Patienten und Kollegen miteinschließt. Die Ärzte feiern auch wild vor sich hin oder haben Affären miteinander - 08-15 Krankenhausdrama eben. Mit einer linearen Handlung ist Mathildes Tod von Anfang an ziemlich offensichtlich. Was hier wirklich fehlt, ist etwas Außergewöhnliches, das das weitgehend vertraute und sogar vorhersehbare Material in eine interessante Charakterstudie verwandelt - aber Roux kämpft darum, weit mehr als nur die Grundlagen zu liefern.

Während Roux aus einer Familie von Ärzten stammt und das Drehbuch zum Teil von seiner eigenen Familiengeschichte inspiriert wurde, wird Breath of Life wahrscheinlich nicht als Bahnbrechendes Krankenhaus-Drama in die Geschichten eingehen. Produktionsfirmen: Elianeantoinette, Reboot Films Besetzung: Jeremie Renier, Marthe Keller, Zita Hanrot, Alain Libolt, Maud Wyler, Frederic Epaud Autor und Regisseur: David Roux Produzenten: Candice Zaccagnino, Olivier Aknin Kameramann: Augustin Barbaroux Produktionsdesignerin: Chloe Cambournac Kostümbildnerin: Sophie Begon Herausgeber: Benjamin Favreul Musik: Jonathan Fitoussi Casting: Sopgie Laine Diodovic Ort: Filmfestival Locarno (Piazza Grande) Auf Französisch, Jiddisch

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