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Kärnten: Nockalmstrasse

Verantwortlicher Autor: Dr. Bernd Strecker Bad Schönborn, 22.07.2017, 16:26 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Bernd Strecker Bericht 5734x gelesen
Nockberge
Nockberge  Bild: Dr. Bernd Strecker

Bad Schönborn [ENA] Das südlichste österreichische Bundesland Kärnten - mit seinen (warmen) Seen, den individuellen Tälern und den herrlichen Berglandschaften - ist schon seit vielen Jahren ein Anziehungspunkt für Touristen. Allgemein nicht so bekannt und deshalb auch kaum überlaufen, ist die Nockberg-Region.

Sie ist Teil der Gurktaler Alpen im mittleren und nördlichen Bereich des Landes und wird mit ihrer zuweilen herben Schönheit besonders von Kennern geschätzt. In letzter Zeit wurde vom österreichischen Bund und aus anderen finanziellen Quellen Grundlegendes in dem neuen "Biosphärenpark Nockberge" investiert. Der zugrunde liegende, anspruchsvolle Plan wird sukzessive umgesetzt, wobei auch die Randgebiete gebührend berücksichtigt werden. Dieses Projekt ist zukunftweisend und zugleich nachahmenswert , weil es die Besonderheiten des jeweiligen Raumes aufnimmt und diese mit neu erdachten, didaktisch überzeugenden Mitteln unterschiedlichster Art differenziert und erläutert.

Ein solch gelungener Versuch findet sich z.B. an der Nockalmstrasse auf der Grundalm (ca. 1700 m) und heißt: "Silva Magica - Naturgeheimnissen begegnen". Dieses Projekt wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, des Landes Kärnten und der Europäischen Union realisiert. Ganz bewußt arbeiten die genannten Abteilungen zusammen und bringen hier ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit ein.

Dieser Naturlehrpfad der besonderen Art führt den Besucher zunächst zu und in einen mit unterschiedlichen Steinen erstellten Felsendom und dann weiter an sorgsam gestalteten Wasser- wie auch Klangplätzen vorbei. Aus Holz gestaltete, großzügige Sitzgelegenheiten laden zum individuellen Verweilen ein. Die weite Ebene setzt sich wohltuend von den sie umgebenden hohen Bergspitzen ab.

Ein weiteres Juwel auf diesem Terrain ist ein hergerichtetes, für die Gegend typisches Schindel-gedecktes Haus, welches in ihren Räumen eine faszinierende Ausstellung "Bäume als Überlebenskünstler" anbietet. Hier haben sich die Macher einiges äußerst Positives einfallen lassen: bewundernswert und handwerklich gekonnt wird zum Beispiel in einem Raum die einzigartige Darstellung unterschiedlicher Baumarten angeboten.

Auf einer der weiß gestrichenen Wände sind nebeneinander großformatige Colorfotos von Bäumen angebracht. Im Abstand von ca. 1 m vor jedem Foto hat man eine große Platte aus dem betreffenden Baumholz aufgehängt, in der das typische Profil des betreffenden Baumes ausgesägt ist. Der Besucher hat nun zum einen die besondere Maserung des Holzes auf der Platte unmittelbar vor sich, und zum anderen kann er durch das Scherenschnitt-artige 'Loch' in der Platte auf das Foto dahinter, also an der Wand, schauen. Der Umriss des Baumes wird somit geschickt doppelt gebrochen vorgestellt und deshalb für den Betrachter umso eindringlicher.

Außerdem - und das ist unseres Erachtens der eigentliche Clou des Designs! - wird es dem Besucher zusätzlich ermöglicht, ganz nah an die Baumplatte heranzutreten und ihren besonderen Duft - auch mit dem der anderen Bäume vergleichend - aufzunehmen. Das ist gerade beim wertvollen und heute seltenen Zirbenholz eine vielschichtige Erfahrung. In den anderen Räumen des Hauses werden dann die verschiedenen Wachstumsstadien der Bäume durch treffliche Beispiele erläutert.

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